Papua auf der Flucht vor brutalem Militär 15 Januar 2015

Dorfbewohner mussten sich bis zur Hüfte ausziehen und ihre Hände wurden hinter dem Rücken verbunden. Danach wurden sie von der Polizei verhört.
Dorfbewohner mussten sich bis zur Hüfte ausziehen und ihre Hände wurden hinter dem Rücken verbunden. Danach wurden sie von der Polizei verhört.

© local media

Hunderte indigene Papua sind nach einer brutalen Militäroperation aus ihren Häusern im Hochland geflohen. Die Übergriffe ereigneten sich in der Nähe der Grasberg-Mine, der weltweit größten Goldmine und einer der wichtigsten Förderstätten für Kupfer.

Am 7. Januar drangen Polizisten und Soldaten in das Dorf Utikini ein, nachdem zwei Polizeibeamte und ein Mann vom Sicherheitsdienst der Mine getötet worden waren.

Inzwischen sind Fotos aufgetaucht, die Papua-Männer mit nackten Oberkörpern und hinter dem Rücken gefesselten Händen zeigen. Wahrscheinlich wurden die Bilder als „Trophäen“ von den Soldaten und Polizisten aufgenommen.

Dorfbewohner berichten, dass 116 Personen festgenommen wurden, darunter 48 Frauen und 3 Kinder. Die Polizei verhörte und folterte viele von ihnen. Zwölf verbleiben weiterhin in Polizeigewahrsam.

Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, hat Berichte erhalten, dass Jekson Waker in einem benachbarten Dorf zweimal in die Füße geschossen wurden, um „ihn still zu halten“. Polizei und Soldaten haben zudem Häuser und Zelte niedergebrannt, die Angehörigen der Dani, Amungme, Damal und Moni gehörten.

Die Polizei fand angeblich bei vielen der Dorfbewohner Karten, die Unterstützung für die Selbstbestimmung West-Papuas zeigen. Derartige politische Meinungsäußerung kann in West-Papua gefährlich sein: Es wurden schon Menschen für 15 Jahre inhaftiert, weil sie die Flagge West-Papuas hissten.

Aktivisten haben berichtet, dass der Polizeipräsident Indonesiens während einer Pressekonferenz am 7. Januar erklärte: „Ich hab [ihnen] befohlen die Häuser der Zivilisten im Dorf Utikini zu verbrennen. Dies wurde absichtlich gemacht, um die Bewegung zu beschneiden. Ich werde sie vernichten.“

Die Anwesenheit von zahlreichen Polizisten und Soldaten terrorisiert die Region. Viele Papua haben ihre Dorfer verlassen und sind in den Dschungel geflohen. Ähnliche Militäroperationen sind in West-Papua häufig. Polizisten und Soldaten können dort immer wieder ohne Angst vor Strafverfolgung morden, vergewaltigen und foltern.

Dieser neueste Vorfall folgt nur wenige Wochen nach einer fatalen Schießerei, bei der fünf indigene Teenager von Soldaten und Polizei getötet wurden. Indonesiens neuer Präsident verurteilte die Morde und fordert die Aufstellung eines Untersuchungsteams. Doch viele Papua sind unzufrieden, dass der Präsident dies erst 20 Tage nach den Morden erklärte und haben wenig Hoffnung auf Gerechtigkeit.

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