Quecksilbervergiftung unter Amazonas-Indigenen: Alarmierende neue Statistiken veröffentlicht 22 März 2016

Illegaler Bergbau vergiftet die Flüsse der Yanomami und Yekuana im Amazonasgebiet
Illegaler Bergbau vergiftet die Flüsse der Yanomami und Yekuana im Amazonasgebiet

© Fiona Watson/Survival

Neue Erhebungen ergeben Besorgnis erregende Werte von Quecksilbervergiftung bei den Yanomami- und Yekuana-Völkern im Amazonasgebiet.

Das brasilianische Gesundheitsinstitut Fiocruz, zusammen mit der Hutukara Yanomami Association, der brasilianischen Nichtregierungsorganisation ISA (Sozial-ökologisches Institut), und der Yekuana-Vereinigung APYB führten eine Studie basierend auf Haarproben von Angehörigen 19 indigener Gemeinden durch. Die Studie ergab, dass mehr als 90 % der Indigenen in einer Region stark von Vergiftungen betroffen sind.

Illegale Goldgräber auf dem Gebiet der Yanomami vergiften die umliegenden Flüsse mit Quecksilber, welches für die Förderung von Gold verwendet wird. Das Metall gelangt so direkt in die Nahrung der Yanomami, die aus den Flüssen trinken und darin fischen.

Der international bekannte Yanomami-Schamane und -Sprecher Davi Kopenawa präsentierte die Daten der UN-Sonderberichtserstatterin für indigene Völker Victoria Tauli-Corpuz, als diese im März Brasilien bereiste.

„Die Ergebnisse dieser Studie sind besorgniserregend. Die Vergiftung betrifft sowohl Pflanzen und Tiere als auch zukünftige Generationen“, meinte Reinaldo Rocha Yekuana.

Der Goldabbau gefährdet besonders unkontaktierte Yanomami, die zu den am meisten bedrohten Völker unseres Planeten zählen und in unmittelbarer Nähe von illegalen Ausgrabungsstätten leben.

Staatsanwält*innen sind aktuell dabei, die Studienergebnisse zu analysieren, um sich für verstärkte Maßnahmen gegen illegalen Bergbau einzusetzen.

Auch andere indigene Völker im Amazonasgebiet sind von Quecksilbervergiftung bedroht. Anfang dieses Monats berichtete Survival, dass bei bis zu 80 % der kürzlich kontaktierten Nahua in Peru eine Vergiftung nachgewiesen werden konnte und das Überleben des Volkes gefährdet sei.

Die Yanomami müssen zudem mit Waldbränden fertig werden, die Teile ihres Gebietes in den letzten Monaten zerstört haben. Die Brandursachen sind noch immer ungeklärt. Einige Yanomami haben illegale Goldgräber und Holzfäller im Verdacht, die die Feuer absichtlich ausgelegt haben könnten. Die Yanomami fordern daher einen verstärkten Einsatz von Feuerwehrleuten in ihrer Region.

Die Yanomami brauchen den Wald, um zu überleben. Ihre Region in Brasilien wurde 1992 nach einer langen internationalen Kampagne als indigenes Gebiet deklariert. Nun fordern die Yanomami, ihre Verbündeten in Brasilien und Venezuela sowie Survival International, dass Eindringlinge auf ihrem Gebiet von den Behörden entfernt und ferngehalten werden, und dass indigene Gebiete nicht weiter für großangelegte Minenprojekte erschlossen werden.

In einem Brief an Präsidentin Rousseff erklärten Indigene der Hutukara Yanomami Association: „Brasilien tut sich in Zeiten von Klimawandel und öffentlichen Klimaschutzinitiativen keinen Gefallen damit, Aktivitäten zu unterstützen, die die Zerstörung der natürlichen Ressourcen des Yanomami-Gebietes bewirken.“

 

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