Tag der Erde: 8 tolle Fakten über die besten Naturschützer

Früher zogen kleine Pygmäen-Gruppen häufig durch den Wald, um vielfältigste Waldprodukte zu sammeln. Oft tauschten sie diese mit ihren sesshaften Nachbarn.
Früher zogen kleine Pygmäen-Gruppen häufig durch den Wald, um vielfältigste Waldprodukte zu sammeln. Oft tauschten sie diese mit ihren sesshaften Nachbarn.

© Selcen Kucukustel/Atlas

Zum Tag der Erde (22. April) zeigt Survival International mit beindruckenden Fakten, warum indigene Völker die besten Naturschützer und Wächter der Umwelt sind.

1. Um das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten, jagen die Awá nur bestimmte Tierarten
Die Awá in Brasilien leben vom Jagen und Sammeln im Nordosten des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes. Doch einige Tierarten sind tabu für die Jagd: Darunter der bedrohte Greifvogel Harpyie, Kolibris und Wasserschweine. Die Awá sind Expert*innen für ihre lokale Umwelt und haben ein tiefes Verständnis ihrer Rolle in der Natur.

2. Die Kogi holen ein Stück biologische Vielfalt zurück
Die Kogi aus der kolumbianischen Bergregion Sierra Nevada de Santa Marta erlangten 2012 mit Hilfe eines Teams von Naturschützer*innen Besitzrechte an einem kleinen Stück ihres Landes zurück. Seitdem berichten die Naturschützer*innen, dass der Pflanzenbestand sich erholt hat, Wasser entgiftet wurde und Seen, die mit Müll zugeschüttet waren, sich wieder zu “wundervollen Frischwasser-Lagunen” entwickeln.

3. Die Baka-“Pygmäen” haben über 15 Worte für Elefanten
Die Baka wissen soviel über Elefanten, dass sie 15 unterschiedliche Worte für sie haben – je nach Geschlecht, Alter oder Charakter.

Studien haben gezeigt, dass die Baka in vielen Regionen dicht neben großen Vorkommen bedrohter Tierarten leben. Ein Baka erklärte gegenüber Survival: “Wir wissen wann und wo die Wilderer im Wald sind – aber niemand will uns zuhören.” Statt die Verursacher*innen von Umweltzerstörung ins Visier zu nehmen, werden die Baka im Rahmen von Naturschutzprojekten oft Einschüchterungen, Schlägen, Folter und sogar Tod ausgesetzt.

Eine Baiga im Tigerschutzgebiet Kanha, Indien 2013.
Eine Baiga im Tigerschutzgebiet Kanha, Indien 2013.

© Survival International, 2013

4. Tukano-Schamanen bestimmen Jagdquoten für ihre Volk
Eine umfangreiche Studie brachte die aktive Rolle von Tukano-Schamanen in Kolumbien ans Licht, welche die Jagd in ihren Gemeinden regeln. Sie überwachen wie viele Tiere getötet werden und untersagen die Jagd in Gebieten, von denen sie glauben, dass der Bestand zu gering wird.

5. Die Soliga kontrollieren invasive Pflanzenarten durch selektive Brände
Die indischen Soliga nutzten kleine Feuer, um Land für nachhaltigen Ackerbau vorzubereiten. Seit diese Praxis von Naturschützer*innen untersagt wurde, leidet das lokale Ökosystem unter der Ausbreitung der invasiven Wandelröschen (Lantana). Ein Soliga erklärte: “Der Forstbehörde fehlt das Wissen im Naturschutz. Wir haben den Wald für viele Jahre geschützt. Sie wissen nicht, wie man unseren Wald schützt.”

6. Die Baiga haben über 2,5 Quadratkilometer Wald in nur einem Dorf aufgeforstet
Im zentralindischen Dorf Dhaba sorgten sich Baiga darüber, dass die lokale Waldbehörde zu viele Bäume fällte, angeblich um die Ausbreitung von Schädlingen zu stoppen. Sie protestierten und stellten sich zwischen die Forstbehörde und die Bäume, die gefällt werden sollten.

Ihr Protest war erfolgreich und inzwischen haben sich zahlreiche Arten wie Mahuli und Bambus wieder erholt. Viele der Bäume wurden von den Baiga selbst gepflanzt.

Die Awá jagen auf ihrem angestammten Land im nordöstlichen Amazonasgebiet von Brasilien.
Die Awá jagen auf ihrem angestammten Land im nordöstlichen Amazonasgebiet von Brasilien.

© Survival International

7. Indigene Territorien sind die beste Hürde gegen die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes
Schau dir diese Satellitenaufnahme an. Oder diese hier. Oder auch diese Aufnahme. Sie alle zeigen anerkannte indigene Territorien in Brasiliens Amazonasgebiet – grüne Inseln, umzingelt von Abholzung. Wenn man indigene Gebiete schützt, schützt man den Regenwald. Ganz einfach.

8. Die Orang Asli schaffen in ihren Gärten Wohnraum und Nahrung für Tiere
Die Obstgärten der Orang Asli im Krau-Schutzgebiet in Malaysia locken viele Tiere an, auch große Säuger. Die Gärten geben ihnen Nahrung und sie sind zudem die wichtigste Quelle für die Ausbreitung von Saatgut geworden – eine Funktion, die früher von Elefanten und Nashörnern übernommen wurde, die inzwischen aus dem Gebiet verschwunden sind. Auch anderswo leistet die Subsistenz-Landwirtschaft indigener Gemeinden einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: “Indigene Völker managen ihre Umwelt seit Jahrtausenden. Heute gibt es auch ausreichend Belege dafür, dass sie sich besser um ihre Umwelt kümmern, als alle anderen. Das hat nichts mit ‘edlen Wilden’ zu tun, es ist wissenschaftlicher Fakt. Wenn wir der Umwelt helfen wollen, sollten wir indigene Völker ins Zentrum der Naturschutzbewegung stellen. Wenn wir den Regenwald schützen wollen, müssen wir dafür kämpfen, dass er in den Händen indigener Völker bleiben kann.”