Prozess verzögert - Kosten für Buschmänner steigen

Die zweite Woche im Jahr 2006 des Gerichtsverfahrens, das über das Schicksal der Gana- und Gwi-Buschmänner entscheidet, geht zu Ende und der Prozess dauert somit schon über eine Woche länger als geplant.

Gestern verkündeten die Richter eine Verschiebung um zwei Tage, um nochmals über eine Angelegenheit zu entscheiden, die im letzten August Thema eines Gerichtsbeschlusses gewesen war.

Damals war der Anwalt der Regierung, Sidney Pilane, vom Gericht angewiesen worden, dass er sich nicht auf einen Bericht über das Land der Buschmänner beziehen dürfe, der ein Jahr nach Beginn der Beweisaufnahme geschrieben wurde. Sein Verhalten gegenüber dem Gericht nach dieser Entscheidung resultierte in einer viertägigen Haftstrafe wegen Missachtung des Gerichts. Diese Woche versuchte er noch einmal, den Bericht als Beweisstück vorzubringen.

Pilane ist der gleiche Rechtsanwalt, der im letzten September das Militär anwies, die Buschmänner mit Tränengas und Gummigeschossen anzugreifen, als sie versuchten Nahrungsmittel und Wasser zu ihren Verwandten in der Central Kalahari Game Reserve (CKGR) zu bringen.

Das Gericht verlor letzte Woche auch deshalb zwei Tage, weil die Richter sich freinahmen, um einer Zeremonie beizuwohnen.

Die neuen Verspätungen folgen auf den Beschluss, den Fall innerhalb der nächsten zehn Wochen abzuschließen.

Der Buschmann-Fall ist bereits der langwierigste und kostspieligste in der Geschichte Botswanas, und das obwohl er von der ärmsten Bevölkerungsgruppe des Landes hervorgebracht wurde.

Stephen Corry, der Direktor von Survival, sagte heute: "Die Regierungsanwälte sind sich der Finanzierungsprobleme Seitens der Buschmänner bewusst und scheinen dies gegen sie zu verwenden. Sie versuchen, diesen Fall so lange wie möglich hinauszuzögern, anstatt einen reibungslosen Gerichtsprozess zu fördern. Zu sagen, dass es für die Buschmänner nicht gut aussieht, wäre eine Untertreibung."