Ein Hoffnungsschimmer: Aborigines gründen neue Gemeinschaft 1 März 2010

Ein Aboriginal-Junge wird nach traditioneller Art im Gesicht bemalt. Tanz Festival, Nord Queensland, Australien
Ein Aboriginal-Junge wird nach traditioneller Art im Gesicht bemalt. Tanz Festival, Nord Queensland, Australien
© John Miles/Survival

Eine kleine Gruppe der Alyawarr Aborigines hat ihre zentralaustralische Siedlung verlassen und eine neue Gemeinschaft in der Nähe der sogenannten Honeymoon Bore gegründet.

Banjo Morton, der diesen „Umzug“ leitete, erklärte, dass die Mitglieder der Gemeinschaft wie Aussätzige behandelt worden wären und man sie nie in Entscheidungen hinsichtlich ihrer ehemaligen Siedlung einbezogen hatte. Dieser Zustand habe sich seit Einführung der staatlichen indigenen „Interventionspolitik“ im Jahre 2007 noch verschärft.

Diese „Interventionspolitik“ der Regierung folgte einem Bericht über weitverbreiteten Kindesmissbrauch in den Gemeinschaften der Aborigines. Die Regierung entsandte daraufhin Polizei in zahlreiche Siedlungen und erließ ein Verbot von Alkohol und Pornografie.

Gemeindeoberhäuptern wurde die Kontrolle entrissen. Zudem wurden die Aborigines zu keinem Zeitpunkt konsultiert oder involviert. Die Maßnahmen wurden von anderen Gemeinden abgelehnt und von den Vereinten Nationen als diskriminierend kritisiert.

Honeymoon Bore befindet sich nur knapp außerhalb des Gebietes, welches von der staatlichen „Interventionspolitik“ betroffen ist. So kann die Aborigine-Gemeinschaft nun ihr Leben und ihre Zukunft in die eigene Hand nehmen. Morton erzählte Journalisten: „Wir sind hier glücklich und frei, weit weg von all den Vorschriften und Störungen.“

Derzeit leben circa 70 Menschen in dieser neuen Siedlung – in Zelten und einfachen Unterkünften. Obwohl ihre momentane Situation eher bescheiden ist, erscheint sie immer noch besser als jene in der überfüllten Gemeinschaftsanlage. Dort standen in manchen Häusern ungeklärte Abwässer knietief und die Menschen besaßen kein Mitspracherecht über ihr eigenes Leben.

Richard Downs, ein anderer Anführer der Alyawarr, sagte, dass er davon ausgeht, dass die Siedlung weiter wachse und sich in ein authentisches indigenes Utopia verwandle. Er sagt: „Es ist unser Ziel zu beweisen, dass Aboriginals sich aus eigener Kraft aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit befreien können und dass wir auf unserem Land für uns selbst sorgen können.“

Die Survival-Kampagne „Fortschritt kann töten“ beschreibt die zerstörerischen Auswirkungen, die der Verlust von Land und Kontrolle über das eigene Leben für indigene Gemeinschaften weltweit haben kann. Oftmals sind Abhängigkeit, Depression, Selbstmorde und Drogenmissbrauch die Folge.

Schritte von Gemeinschaften wie dieser am Honeymoon Bore, können indigenen Völkern weltweit Hoffnung geben, dass sie in Zukunft wieder über ihr Leben und ihr Land frei entscheiden können.

 

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