Regierung Botswanas ist entschlossen Buschmänner der Kalahari zu zerstören 29 Januar 2002

Die Regierung Botswanas  ist dabei, die letzten Buschmann-Gemeinden des Zentral Kalahari Wildreservats zu zerstören.  Die Regierung wird diese Woche den Wasserzufluss gezielt stoppen, hofft dabei die Männer der Gana und Gwi Stämme aus ihrem eigenen Land zu drängen. Diese indegenen Stämme besiedeln die Region schon seit Jahrtausenden. Survival, die weltweite Organisation zur Unterstützung der Stammesvölker, missbilligt diese Handlung und bezeichnet sie als lebensgefährlich für die betroffenen Stämme.

Das Reservat wurde auf dem abgestammten Land der Gana und Gwi im Jahr 1960 als Heimat für die Buschmänner eingerichtet,. Die letzten 16 Jahre betrieben die Behörden eine Schikanierungskampagne, die das Ziel verfolgte, diese zu vertreiben. Die Buschmänner wurden wegen ihrer Jagdaktivitäten gefoltert, ihre Häuser zerstört und viele von ihnen wurden in triste Umsiedlungslager verschleppt, in denen sie nicht jagen oder sammeln können und wo sie abhängig sind von den Wohlfahrtsleistungen der Regierung. In den Lagern herrscht Alkoholismus und Verzweiflung, die Buschmänner selbst beschreiben sie als "Orte des Todes".

Einige Buschmänner blieben trotz der agressiven Massnahmen der Behörden in der nähe der Grabstätten ihrer Vorväter. In diesen Tagen kündigte die Regierung die Sperre des Wasserzuflusses an – am Donnerstag soll der Boykott anfangen. Der offizielle Grund dafür sind die angeblich zu hohen Kosten der Wasserlieferungen. In Wahrheit betragen die Kosten allerdings nur  3,- US$ pro Person pro Woche. Botswana ist derzeit ein wohlhabendes Land, der weltgrösste Diamantenproduzent. Außerdem bot sogar die EU an, die Versorgung zu finanzieren. Die Regierung Botswanas blieb bis heute der EU eine Antwort auf ihr Angebot schuldig.

Viele Eingeweihte glauben, die Bodenschätze sind der eigentliche Grund für diese Repressalien. Die Regierung plant außerdem, das Reservat touristisch zu erschließen. Die Buschmänner werden von den Behörden als "Primitive" bzw. "Steinzeitkulturen" bezeichnet – ein Zeichen ihrer rassistischen Einstellung. Stephen Corry, Generaldirektor von Survival, sagte heute: "Die Regierung Botswanas verhielt sich 16 Jahre lang gegenüber den  Gana- und Gwi Buschmännern  repressiv. Dieser letzte Schritt – die Sperrung ihrer Wasserzufuhr – gefährdet die Buschmänner grundlegend in ihrer Existenz. Die internationale Gemeinschaft muss sich gegen dieses rasistischen Verbrechen aussprechen und es verhindern".

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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