Epidemie bricht unter Amazonas-Nomaden aus 23 Juni 2011

Nukak-Frau in einem Flüchtlingslager in der Nähe von San José, Kolumbien.
Nukak-Frau in einem Flüchtlingslager in der Nähe von San José, Kolumbien.
© David Hill/Survival

Eines der letzten Nomadenvölker im Amazonasgebiet muss mit dem Ausbruch einer Atemwegsinfektion kämpfen. Grippe und Malaria haben das Volk in den letzten Jahren bereits stark dezimiert.

Schätzungsweise 35 Nukak-Maku, darunter neun Kinder, sind ins San José del Guaviare Krankenhaus im südlichen Amazonasgebiet in Kolumbien eingeliefert worden.

Gesundheitsberater Héctor Muñoz berichtete gegenüber kolumbianischen Medien, dass das Krankenhaus überfüllt ist und einige Nukak auf provisorischen Betten Platz finden müssen.

Viele Mitglieder des Volkes leben in einem Flüchtlingslager am Rande der Stadt San José. Guerillas und Drogenbarone haben sie aus ihrer Heimat im Regenwald vertrieben.

Seit die ersten Mitglieder der Nukak 1988 aus dem Wald kamen, ist mehr als die Hälfte des Volkes verstorben.

Junges Nukak-Mädchen mit ihrer Schwester, Cano Chua, Kolumbien.
Junges Nukak-Mädchen mit ihrer Schwester, Cano Chua, Kolumbien.
© David Hill/Survival

Im Gegensatz zu vielen anderen Völkern im Amazonas leben die Nukak-Maku als nomadische Jäger-und-Sammler in kleinen temporären Häusern tief im Wald in der Nähe großer Flüsse.

Seit vielen Jahren wird das Heimatland des Volkes von Kokabauern besetzt. Kolumbiens gewaltsamer Bürgerkrieg umschlingt das Gebiet der Indigenen und macht ihnen die Heimkehr unmöglich.

Survival hat Kolumbiens Gesundheitsminister dazu aufgefordert unverzüglich zu handeln, um die Gesundheit der Nukak sicherzustellen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Das sind tragische Neuigkeiten. Seit Jahren bleibt die schreckliche Lage der Nukak unverändert, ohne Zuhause, in schlechter Gesundheit und mit wenig Aussicht auf ein besseres Leben. Es ist so frustrierend, weil diese Probleme, für die Nukak aber auch für das Land, nicht existieren würden, wenn die Nukak zurück in ihre Wälder könnten – so wie sie es verzweifelt fordern.“

 

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