Welttourismustag: Survival bittet Touristen ‘woanders hinzufahren’ 26 September 2013

Botswana lockt Urlauber mit Bildern der Kalahari-Buschleute, versucht aber gleichzeitig den Indigenen das Leben auf ihrem Land unmöglich zu machen.
Botswana lockt Urlauber mit Bildern der Kalahari-Buschleute, versucht aber gleichzeitig den Indigenen das Leben auf ihrem Land unmöglich zu machen.

© www.botswanatourism.co.bw

Survival International ruft zum Welttourismustag am Freitag Touristen dazu auf, angesichts der Menschenrechtslage in Botswana keine Urlaubsreisen dorthin zu unternehmen. Botswanas Regierung versucht immer wieder die indigenen Buschleute von ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve (CKGR) zu vertreiben, fördert aber gleichzeitig den Tourismus im Reservat.

Survival International hat an Dutzende Reiseanbieter in Afrika, Europa, Asien und den USA geschrieben und sie aufgefordert, ihre Angebote für Botswana bis auf weiteres einzustellen. Die Menschenrechtsorganisation wird auch eine neue Anzeigenkampagne in Reisemagazinen weltweit starten.

Survival International wird zudem seine über 100.000 Unterstützer bitten dem Boykottaufruf zu folgen und den Tourismusminister Botswanas mit den Worten “Ich komme nicht nach Botswana” dazu aufzufordern, die Schikane der Buschleute zu stoppen.

Die Tourismusbehörde Botswanas beschreibt die Reise durch das CKGR als “die Erfahrung durch wirklich unberührte Wildnis zu reisen” und zeigt ein idyllisches Foto von Buschleuten in traditioneller Kleidung. Selbstverständlich findet sich keine Erwähnung dessen, dass die Regierung sich bemüht die letzten jagenden Buschleute des Kontinents unter dem Deckmantel des Naturschutzes von ihrem Land zu vertreiben.

Botswanas Präsident Ian Khama ist Vorstandsmitglied der US-Naturschutzorganisation Conservation International und wurde mit einer Ehrenmitgliedschaft der International Union for Conservation of Nature (IUCN) ausgezeichnet.

Die Buschleute wollen einfach nur in Frieden im Central Kalahari Game Reserve leben können.
Die Buschleute wollen einfach nur in Frieden im Central Kalahari Game Reserve leben können.

© Survival International

Seit Jahrzehnten verletzt die Regierung die Rechte der Buschleute und hat sie in drei Etappen 1997, 2002 und 2005 unter Zwang von ihrem Land im CKGR vertrieben. 2006 stellte ein Urteil des Obersten Gerichts ihr Recht auf ihrem Land im CKGR zu leben und zu jagen wieder her.

Doch Botswanas Regierung missachtet noch immer die Entscheidung des Gerichtshofes von 2006, indem sie von den Buschleuten verlangt sich für Genehmigungen zu bewerben, bevor sie das Reservat betreten dürfen, und ihnen keine Jagdlizenzen ausstellt. Einige Buschleute wurden festgenommen und misshandelt, weil sie gejagt hatten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Vor wenigen Wochen untersagte die Regierung nun dem langjährigen Anwalt der Buschleute die Einreise ins Land, wo er seine Klienten vor Gericht vertreten wollte. Gleichzeitig geht Botswana gegen kritische Stimmen in den Medien vor und zog kürzlich eine Anzeige aus der britischen Ausgabe des Magazins Geographical zurück, nachdem dieses einen kritischen Artikel zur Behandlung der Buschleute veröffentlicht hatte.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Für alle Menschen, die die Buschleute und ihre Rechte unterstützen, ist es besonders ärgerlich, dass Botswanas Präsident in der Tourismusindustrie gefeiert wird, obwohl sein Umgang mit den Buschleuten als unrechtmäßig, unmenschlich und erniedrigend verurteilt wurde. Khamas rachsüchtige und grausame Kampagne drängt die letzten Buschleute-Jäger an den Rand des Überlebens. Unsere Botschaft an alle gewissenhaften Urlauber? Fahren Sie woanders hin, bis diese schrecklichen Misshandlungen eine Ende haben.”

Boykott-Aufruf unterzeichnen

Hinweis an die Redaktion:
Lesen Sie Survivals Brief an Reiseanbieter, in dem wir sie auffordern, ihre Angebote für Botswana einzustellen. (PDF, 450 kb)

 

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Werden Sie für die Buschleute aktiv

Ihre Unterstützung ist entscheidend für das Überleben der Buschleute. Es gibt mehrere Möglichkeiten zu helfen.

  • Schreiben Sie Ihrem oder Ihrer Abgeordneten im Parlament oder der botswanischen Vertretung in ihrem Land.

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