Australiens Behandlung der Aborigines

UN teilt beispiellose Kritik aus; die Haltung der Regierung sei "30 Jahre hinter der Zeit"

Während Athleten und Zuschauer aus aller Welt in Sydney eintreffen, verurteilte Survival heute die Behandlung der Aborigines als "entsetzlich". Survivals Generaldirektor Stephen Corry sagte: "Die australische Regierung scheint alles daran zu setzen, den Aborigines ihre international anerkannten Rechte zu verweigern, besonders ihre Landrechte. Die Haltung der Regierung kann nur als rassistisch beschrieben werden und erscheint wie ein Rückschritt zu vor 30 Jahren vorherrschenden Einstellungen. Die neuesten Gesetzgebungen der Regierung werden es vielen Aborigines enorm erschweren, ihr Land zurück zu beanspruchen, das jetzt von großen Viehzuchten besetzt wird."  

Zwei UN Komitees haben erst vor kurzem die australische Regierung für ihre Behandlung der Aborigines kritisiert. Die Wut unter den Aborigines ist so groß wie nie zuvor. Typisch für die Geringschätzung auf Seiten der Regierung ist die Weigerung, sich für vorausgehende Gesetzgebungen zu entschuldigen, die für die Entfernung von zehntausenden Aborigine-Kindern aus ihren Familien verantwortlich sind. Im Gegensatz dazu haben viele andere Länder wie Kanada und Japan öffentliche Entschuldigungen für historische Gesetzgebungen, die heute inakzeptabel wären, herausgebracht. Australien wurde kürzlich zum ersten wohlhabenden Industrieland, dem eine Warnung des UN-Komitees zur Abschaffung der Rassendiskriminierung zuteil wurde.

Die Reaktion des australischen Außenministers Alexander Downer auf die UN-Kritik an der strengen Strafgesetzgebung ("Mandatory Sentencing", von dem unproportional viele Aborigines betroffen sind) war die, dass die UN "eine blutige Nase davontragen" würden, wenn sie weiterhin Australiens Angelegenheiten überprüften.

Die Fakten sind:
Die Lebenserwartung von Aborigines liegt 17-20 Jahre unter der Lebenserwartung anderer Australier.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aborigine-Baby bei der Geburt stirbt, ist viermal so hoch wie die von Nicht-Aborigines.
Aborigines werden 17 mal eher verhaftet, kommen 14 mal eher ins Gefängnis und sterben 16 mal eher in Gewahrsam als Nicht-Aborigines.
In West-Australien ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aborigine-Frau im Gefängnis ist, 41 mal höher als bei anderen Frauen.
Seit 1989 ist die Einsperrung von Aborigines um 70 Prozent gestiegen.
Die Selbstmordrate unter Aborigines ist 6 mal höher als der nationale Durchschnitt.
Die Kindersterblichkeitsrate für Aborigines ist mehr als dreimal so hoch als der nationale Durchschnitt.
Arbeitslosigkeit von Aborigines ist viermal so hoch wie der nationale Durchschnitt.

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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