„Grüne Energie” bedroht Borneos Regenwald und indigene Völker doppelt 8 Dezember 2010

Der Bau des Murum Staudamms hat bereits begonnen.
Der Bau des Murum Staudamms hat bereits begonnen.
© Survival International

Während sich Umweltminister aus aller Welt in Mexiko bei der UN-Klimakonferenz versammeln, sind indigene Völker in den Regenwäldern Borneos zweifach durch „grüne Energie“ bedroht: Staudämme zerstören ihre Flüsse und ihre Wälder werden für den Anbau von Palmöl abgeholzt.

Die indigene Bevölkerung in Sarawak, im malaysischen Teil Borneos, war schockiert als der Rajang Fluss im Oktober wegen Aufstauung für den berüchtigten Bakun Damm zu einem Rinnsal verkümmerte.

10.000 Indigene wurden für den Bakun Damm umgesiedelt und die Regierung Sarawaks plant, zwölf weitere Staudämme in dem Bundesstaat zu errichten. Die Besorgnis indigener Gruppen über diese Entwicklung wurde durch das Austrocknen des Rajang weiter verstärkt.

Für den Bau des ersten der zwölf geplanten Dämme, den Murum Damm, wurden rund 1.000 Mitgliedern der Penan aufgefordert umzusiedeln. Eine Studie zu den sozialen und ökologischen Folgen des Staudamms wird derzeit durchgeführt – der Bau des Murum Damms hat jedoch bereits begonnen.

Die Penan haben zugestimmt in ein Stück Regenwald umzusiedeln, welches jedoch derzeit rapide vom Palmölunternehmen Shin Yang gerodet wird, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen. Palmöl wird für Biodiesel und zur Herstellung einer Vielzahl von Nahrungsmitteln und Kosmetik verwendet.

„Wir haben erfahren, dass Shin Yang damit begonnen hat die Wälder in der Metalon Fluss Region ohne unsere Zustimmung abzuholzen […] Wir wollen, dass der Wald in diesen Gebieten erhalten bleibt,“ sagte Ramlie Bujang, ein Mitglied der Penan.

Palmölplantagen bedecken bereits große Teile Sarawaks, die bis vor kurzem noch dicht bewaldet waren.

„Die Zerstörung des Regenwaldes und der Flüsse in Sarawak gefährdet das Leben der Penan und anderer indigener Völker. Es ist ironisch und tragisch, dass dies im Namen von „grüner“ Energie geschieht,“ sagte Stephen Corry, Direktor von Survival International.

Lesen Sie Survivals Berichte zu den Folgen von Staudämmen und Klimaschutzmaßnahmen für indigene Völker.

 

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