Zwangsumsiedlung der Penan auf Palmölplantage 15 Juni 2011

Der Wald ist die Lebensgrundlage der Penan
Der Wald ist die Lebensgrundlage der Penan
© Robin Hanbury-Tenison/Survival

Über 1.000 Angehörige der Penan sollen aus ihrer Heimat im Regenwald auf eine Palmölplantage umgesiedelt werden, um Platz für den Murum-Staudamm im malaysischen Sarawak zu machen.

Obwohl die Penan nicht umsiedeln wollen, wird ihnen keine Wahl gelassen. Sie haben der Regierung gegenüber den Wunsch geäußert, zumindest in ein anderes Gebiet ihrer Vorfahren umzusiedeln.

Bulldozer haben bereits begonnen, das Land, auf das die Penan umsiedeln sollen, abzuholzen
Bulldozer haben bereits begonnen, das Land, auf das die Penan umsiedeln sollen, abzuholzen
© SCANE/ Survival

Dem Wunsch wurde stattgegeben, das Gebiet jedoch bereits im Voraus an das malaysische Unternehmen Shin Yang verkauft. Dieses hat bereits begonnen, den Wald abzuholzen und Tausende Ölpalmen anzubauen.

Ohne die Ressourcen des Waldes, Früchte und Pflanzen zum Sammeln und Wild zum Jagen, kann das Jäger und Sammler-Volk der Penan ihr Überleben nicht sichern.

In einem verzweifelten Appell haben die Indigenen erklärt: „ Shin Yang ist ohne unsere Zustimmung in das Gebiet eingedrungen. Wenn der Wald großflächig abgeholzt wird, wird es nicht mehr genug Wald für unsere Gemeinden geben um unsere Lebensgrundlage zu sichern.“

Am Murum-Staudamm gehen die Bauarbeiten weiter
Am Murum-Staudamm gehen die Bauarbeiten weiter
© Survival International

Stephen Corry, Direktor von Survival International, erklärte heute: „Selbst für die Regierung von Sarawak, die den Penan bisher wenig Respekt entgegen gebracht hat, ist die geplante Umsiedlung unfassbar zynisch. Nicht genug, dass mehr als 1.000 Penan aus ihrem Gebiet, welches sie seit Generationen bewohnen, vertrieben werden sollen. Die Regierung verkauft auch noch ihr neues Zuhause und erlaubt, dass es für Plantagen gerodet wird. Es scheint, als ob die Regierung mit allen Mitteln versucht, den Penan ein Leben in Not und Armut zu bescheren.“

Hinweis an die Redaktion:

Der Murum-Damm soll im nächsten Jahr in Betrieb gehen und ist der erste von zwölf Staudämmen, welche die Dörfer der Penan und anderer indigener Völker überschwemmen werden.

Die zwölf Dämme ermöglichen die Entwicklung des Sarawak Corridor of Renewable Energy (SCORE), an dem verschiedene Unternehmen aus der Öl-, Holz-, Aluminium- und Palmölindustrie teilhaben. SCORE verstärkt den Druck auf das Land indigener Völker in Sarawak weiter.

 

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