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Unkontaktierte Völker Brasiliens

Ihre Auslöschung droht durch Krankheiten und Landverlust

Tief im brasilianischen Amazonas leben Völker, die keinen Kontakt mit der Außenwelt haben.

Illegale Holzfäller und Viezüchter dringen in ihr Land ein und schleppen Krankheiten ein. Wenn dies nicht aufhört, werden sie nicht überleben.

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Brasiliens Amazonasgebiet ist Heimat der weltweit größten Anzahl unkontaktierter Völker. Es könnten, nach Schätzungen der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten FUNAI, bis zu 70 isoliert lebende Gruppen im Regenwald leben.

Früherer Kontakt mit verheerenden Folgen, und die fortschreitende Zerstörung und Inbesitznahme ihres Waldes und ihrer Heimat, sind sehr wahrscheinlich Grund dafür, dass sie keinen Kontakt zu anderen Völkern oder Außenstehenden haben.

Kontakt und Tod im Amazonas

Brasiliens unkontaktierte Völker werden von Krankheiten heimgesucht – aber es gibt Hoffnung.

Die unkonktaktierten Gruppen im Bundestaat Acre sind aller Wahrscheinlichkeit nach Überlebende des „Kautschuk-Booms“ in Brasilien des frühen 20. Jahrhunderts, im Zuge dessen viele Indigene versklavt wurden.

Es wird vermutet, dass die Überlebenden entkamen, indem sie entlang der Flüsse flohen. Die Erinnerungen an die Gräueltaten mögen immer noch frisch sein.

Es ist sehr wenig über diese Menschen bekannt. Was wir jedoch wissen ist, dass sie weiterhin unkontaktiert bleiben möchten: Sie haben mit Pfeilen auf Außenseiter und Flugzeuge geschossen oder vermeiden den Kontakt indem sie sich in den Tiefen des Waldes verstecken.

Luftaufnahme eines unkontaktierten indigenen Volkes in Brasilien, Mai 2008
Luftaufnahme eines unkontaktierten indigenen Volkes in Brasilien, Mai 2008
© Gleison Miranda/FUNAI

Einige, wie die Awá, sind nomadisch lebende Jäger. Sie sind immer in Bewegung und in der Lage innnerhalb von Stunden eine neue Unterkunft zu bauen und diese Tage später einfach wieder zu verlassen.

Andere sind sesshafter. Sie leben in Gemeinschaftshäusern, bauen Manioc und andere Planzen in belichteten Waldflächen an, jagen und fischen.

In Acre könnte es bis zu 600 Indigene geben, die zu vier unterschiedlichen Gruppen gehören. Dort leben sie in relativer Ruhe innerhalb mehrerer abgegrenzter Gebiete, die weitestgehend unberührt bleiben.

Im Massacó Gebiet in Rondônia leben wahrscheinlich etwa weitere 300 unkontaktierte Indigene.

© Gleison Miranda/FUNAI

Sie benutzen erstaunlich große Pfeile und Bögen, die in Bau und Größe denen des Sirionó Volkes des benachtbarten Boliviens ähneln. Ein Bogen, der dort gefunden wurde, war vier Meter lang.

Ein beliebter Nahrungsbestandteil scheinen Schildkröten zu sein: In einem verlassenen Lager wurden große Mengen leerer Panzer gefunden.

Andere unkontaktierte Völker hingegen, von denen nur noch eine Handvoll Angehörige am Leben sind, befinden sich am Rande der Existenz.

Diese kleinen, fragmentierten Gruppen leben vor allem in den Bundesstaaten Rondônia, Mato Grosso und Maranhão. Sie sind Überlebende von gewalttätigem Landraub, bei dem sie von Holzfällern, Viehzüchtern und anderen angegriffen und viele ihrer Angehörigen getötet wurden.

Noch heute werden sie willkürlich und vorsetzlich gejagt und ihre Häuser in den Wäldern zerstört.

Riesige Staudamm- und Straßenbauprojekte, Teile des „beschleunigten Wachstumsprogrammes“ der Regierung, stellen eine große Bedrohung für die Indigenen dar.

Die Jirau und Santo Antonio Dämme, welche am Madeira Fluss gebaut werden, liegen nahe der Heimat einiger unkontaktierter Gruppen.

Ein kürzlich erschienener Bericht geht davon aus, dass einige Gruppen ihr Land bereits verlassen mussten um dem Lärm und der Verschmutzung durch den Bau der Dämme zu entkommen.

Alle Gruppen sind sehr anfällig für Erkältungen, Grippe und anderen Krankheiten die von Außenstehenden übertragen werden können. Dass sie gegen diese Krankheiten keine Abwehrkräfte besitzen ist ein weiterer guter Grund für sie, den Kontakt zu meiden.

Doch selbst unter diesen düsteren Umständen gibt es einige bemerkenswerte Geschichten des Überlebens. Karapiru, ein Mann der Awá, überlebte einen Angriff von bewaffneten Männern. Er versteckte sich daraufhin für zehn Jahre im Wald, bis er letztendlich mit einigen Siedlern in Kontakt kam und nun mit anderen Awá lebt.

Die unkontaktierten Indigenen Brasiliens müssen geschützt und ihre Landrechte anerkannt werden, bevor sie – zusammen mit ihrem Wald von dem sie abhängen – für immer verschwinden.

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